Brennend, sengend, schwer und flirrend
Jetzt schon luftsatt, kaum Bewegung
Hält mein Atem
Sich im Lot,
Inn´res Wachstum, glutgeschmiedet
Seelenplasma, Sinngeburt.
***
Blaugefleckt
liegt der Rittersporn
im Moos
ächtet sich das Gestern
sensenbewehrt
auf die Stunde Allen Lichts
Farbtrunken
sonnt der Mohn
und Du! Du.. Ferner
schwingst Dich auf
zu alten Felsen
karstig, sprechend
abgeatmet
Wo sich uns`re Wege treffen
brennt der Augenblick
das Wort
***
Kurzsichtiger Regen
verwäscht sich am Feuer,
verglosend das Laub
gestohlener Zeit,
fängt aus allen Farben
die Stillwerdung ein.
***
Herzlaubzitternd, tongebunden, stille-kelternd
Such ich Dich
Zeitengrenzen sickern talwärts
Fang´ im Morgentau das ein
Was sich, hell, im Äther zeigte
Dringt ins Blutgeflecht und schwingt
***
Jetzt DA, unendlich, aufgerissen,
Verborgenes DU gespiegelt, im Traum,
Das zögern im Wunsch:
Sandfarbener,
Ich male dich bunt
***
Kreis im Kreis
Ich komme Heim
Purpurrot Gedankenflug
Angedockt ans Nicht-Genug
Wühl´ in Deinem Wolkenhaar
Fang´ den Lichtstaub atmend ein
Regenbogenhaut Dein Sein
***
Töpfere ein Herz in mich
Ummantle es mit Federn
Käuzchenruf und Tigeraug´
Verwachsen unter Zedern
Schlag´ die Zeichen in den Stein
Zyklisch neu geboren
Aus dem Wasser, karmisch rein,
Stille wird vergoren
Hol´ als Hellebarde mir
Deinen Schwingkreis, spiegelnd,
Bernsteinmasse ewigt ihn
Unser Sein versiegelnd
***
Im Smaragd-Aug´ tauch´ ich nach
Deinen schwarzen Perlen
Schachtelhalm-Zeit, Cyberspace
Nahtlos wächst´s zusammen
Farben-Adern, Aither tönt
Holt weit aus, steigt sinkend
Vorgebeugt im Zeitenbett
Fängt die alten Lieder
Und umkreist sirenenhaft
Was uns wieder klar wird
***
Barocke Mühle gelbt
In verwitterten Rufen
Gegenlicht-Spiele des Tags
Wo ist der Anfang? Wo das Ende?
Nur dort, wo Du zu Lieben magst!
***
Kröten singen satt vom Mondlicht
Fliederschwall in feuchtem Wind
körperlose Flügelmotte trinkt Laternenpfahl-Absinth
Abgesandte aus den Weiten
in zentrierter Einsamkeit
scheren an den Innenwänden
Wo bist du?
Ich bin bereit.
Abendfalter sucht den Morgen
hält sich fest im Nirgendwo
und kopfüber fängt die Grille
sich ihr Herz im gelben Stroh.
***
Kornkammerflimmern
Lichtkrustenhitzig
bieg´ ich die Kälte
glutfetzentief
Purpurgesunken
Tollkirschgetrunken
heb´ich den Atem
Dir an den Mund
***
Ha- ich will das Unreale
Harzzerklüftet in den Haaren
Spüren wie ein Plasmastrom
In der Sonneneruption, Glutgelb, fahlblau angetrieben
Lass ich mich im All zerstieben
Will hinein dort, wo das Licht
Energievoll laut zerbricht.
***
purpurfarbige Iris verengt sich
um alles Gewesene das IST
Eisendorne blühen
DORT
unt-oben, inmitten ereigneter Wassererde
SOLL vergehen
WIRD, immerkrallend,
NOCH blickverhangen ums WAHRE.
***
Hitzemauer
Luftpolstergedanken
Perlhuhn-Haut
Zikaden-Kaskaden
Zitteraal-Nächte
Janushäuptig
Die Feigen Mljets unerreichbar
Mohnkopf-Getriebe
Und Sonnenbraut gärt
Erinnerung Zu Honigtau
***
Dunkle Bernsteinhaut:
Im Sprachengewirr
Durchbrech´ ich die Grenze
Zum Pangäa deiner Seele
Lautloser Austausch
Von Sickergefühlen
Tief d´rin gären
Mäandrische Spuren
Im Virungabecken-Licht
***
Orange-Acryl-Ader
Haut, die sich spannt:
Regenkatafalk
Ein Federgedanke
Den Fluchtpunkt verzerrt
zu Äolsgesang
Mongolenzeltlager
Web´ Dir in den Filz
Mein grelles Herz.
***
aus der zeit fallend, traumhaftend verdunkelt
maskenhaft verholzt, bewegungsleer.
was war entschwindet, was sein wird, schweigt
am and´ren ende ruf´ ich, stimmlos.
***
Schweigegelübde.
In die Staubdecke
Zeichne ich Eulenrufe
Und vergäre
Das Nicht - Sein.
Kann´s nicht beenden
Was Amairghen befahl,
Seinem Wortschwert gebeugt.
***
Quallenleicht silbert Spätnacht
Wellig quillt sie in mich
Gut ist es, satt und königsblau
Ich lebe im Wortpalast
Den Du erstürmst
***
Zikaden-Nacht
Im Hologramm Deiner Stimme
Verfang´ ich mich
***
Spinnenhaar-silbriges Gegenlicht:
Im späten Kuss des Sommers
Wärmt libellenflügelhaft
Die Luft sich zur letzten Decke.
***
unmerklich verschiedenes
bronze-zeit-paar:
der wind riss der frau
eine kerbe ins haar
nebeneinander
stehengeblieben
abgewandt hoffend
den and´ren zu lieben
kindhafte köpfe
zu gross, um zu denken
halm-schmale beine
zu schwach, um zu lenken
***
Dein Dunkelaug´ webt
Einen Lidschlag aus Worten
Im blickfernen Licht
Des Herzton-Zelts
Wo sich der Weg
Aus sattblauem Farbton
Annähernd einigt
Zeigt sich das Ziel
***
Türkis besonnter Weit-blick:
Hell bricht ein Sommer-ruf
Die ersehnte Lichtbresche
Ins Gestrüpp der Dunkeltage.
***
© copyright für alle gedichte: sulevia / sylvia halla
"blauer stier", 40 x 60